„Mensch, wo bist du?“

„Mensch, wo bist du?“: so lautet der Titel des Hungertuchs aus dem vergangenen Jahr. „Mensch, wo bist du?“ mit dieser Frage sucht Gott die ersten Menschen im Paradies. Das Hungertuch lädt ein, eigene Antworten zu finden. Wo stehe ich, und wofür stehe ich auf? Wer bin ich? Was macht mich aus?
Fragen, die in der aktuellen Situation ganz neu klingen und Sinn machen. Wenn der Alltag, die Gewohnheit, der Stress wegfallen und mit einem Mal Gefühle in mir wachwerden, die ich sonst ganz gut wegdrücken kann… Trauer, Leid, Ungewissheit, Angst, Zweifel …
Der Künstler Uwe Appold hat mit Erde aus dem Garten Gethsemane in Jerusalem gearbeitet. Die Erde von dem Ort, der für die Angst und Einsamkeit Jesu steht, bevor er seinen Weg zum Kreuz beginnt, sie bildet die Grundlage für den goldenen Ring und das „gemeinsame Haus“ mit der offenen Tür: Im Zentrum steht die Zusage Gottes, dass seine Liebe besonders die Ausgegrenzten mitten hinein holt. Zu seinem Werk und dem Thema sagt er selber: „Wer die Frage ‚Mensch, wo bist du?‘ ernst nimmt, wird zugleich in sich selbst hineinhören. Was mache ich gegen die Zerstörung der Schöpfung, die Ungerechtigkeit und die soziale Not? Wo stehe ich in diesem einen, gemeinsamen Haus?“
Mensch, wo bist du? Ich könnte mich einlassen auf diese Frage, könnte hin hören, gerade jetzt, auf die leisen Töne, könnte hineinhorchen in mein Inneres, wo jetzt die Fragen lauter werden… Mensch, wo bist du?
Ich bin bei meinem Namen gerufen, ich bin wichtig an meinem Platz, mit meinen Fähigkeiten, meiner Aufgabe. Was ich tun kann, hat einen Sinn. Ich kann Menschen ansprechen, zuhören, gern haben… Vielleicht ist das nicht viel, aber es ist trotzdem wichtig, unersetzlich, einzigartig.
Das bin ich, wenn jemand mich fragt, wer ich bin. Das kann ich sagen… und vielleicht auch: Hier bin ich!

Text : Annette Schulze (Klinikseelsorge BG Unfallklinik Ludwigshafen)
Bild: Hungertuch 2019 von Uwe Appold

Sonntag 29.03.20 um 16 Uhr lädt das Tibia-Quintett zu einem Konzert ein

Am Sonntag, 29.März 2020 um 16 Uhr lädt das Tibia Quintett zu einem Konzert in die Kirche des Instituts St. Dominikus Speyer ein.
Sie hören Bläserkammermusik aus Klassik, Romantik und Moderne .

Tibia Quintett

Es freuen sich auf viele Besucher:
Barbara Nötscher, Flöte
Sigrun Meny-Petruck, Oboe
Sabine Pfeifer, Klarinette
Sabine Rosely, Horn
Gudrun Müller, Fagott

Eintritt ist frei

Endlich Ebenbild

Endlich
Endlich Schneeglöckchen und Krokusse
Endlich erstes Vogelzwitschern
Endlich Frühling in Sicht

Endlich ein Mensch wie ein Mensch
Jesus mit Namen

Endlich
Endlich die Frühblüher

Endlich das Vogelwerben
Endlich der Frühling, der Sommer, der Herbst

Am Ende
ein Kreuz
Aschenzeichen erinnert uns
Wir sind ausgespannt zwischen
Himmel und Erde
Geburt und Tod

sind Staub
doch auch
Ebenbild

Ob wir uns
das Leben nehmen lassen
von Umständen und Sachzwängen
Widerfahrnissen und Ängsten
oder es geben
aus freien Stücken
es aussäen
als Samenkorn
austeilen
als nährendes Brot
liegt an uns

Tag für Tag
endlich
Mensch sein
gibt der
Unendlichkeit
Gewand

So leben wir
auf Ostern hin
uns in Ostern hinein

Text und Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft

Offene Vesper

Samstag, 14. März 2020

Psalmen, Hymnen und Lieder singen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Ordenslebens. Daran möchten wir Sie teilnehmen lassen und laden Sie herzlich ein zur „Offenen Vesper“

Wir möchten diese Einladung nutzen, um anschließend bei einem gemeinsamen Büffet mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Teilen wir, was mitgebracht wird an Speisen, Gedanken, Sorgen, Freuden,….