Was wirklich zählt

Manchmal haut uns das Leben alles um die Ohren, was uns zuvor Halt und Sicherheit gegeben hat.
Der Boden unter unseren Füßen schwankt, und es ist kein Weg mehr zu sehen.
Dann stellt sich die Frage, worum es tatsächlich geht, worauf es ankommt – was wirklich zählt.
Auf diese Frage gibt es keine einheitliche Antwort und auch keine, die uns einfach so einfallen würde. Wir müssen sie suchen – in den verschiedenen Herausforderungen, vor die das Leben uns stellt.
Was wirklich zählt? Vielleicht würden wir spontan sagen: Gesundheit, ein sicherer Job, Menschen, die mit uns gehen… Vielleicht würden wir sagen: Heimat, Geborgenheit und ein Sinn im Leben…
Vielleicht gehören noch ganz andere Dinge zu dem, was wirklich zählt.
Für mich ist es der Augenblick, den ich lebe. Genau jetzt – in diesem Moment. Er ist das einzige, was zählt, denn an allem anderen kann ich nichts ändern, nichts bewegen, nichts gestalten – aber in diesem Augenblick kann ich es. Ob ich gesund bin oder krank: ich lebe – jetzt. Ob ich eine gute Arbeit habe oder nicht: ich lebe – jetzt. Ob ich umgeben bin von Menschen, die mich lieben, oder mich völlig alleingelassen fühle: ich lebe – jetzt.
Dieser Augenblick ist es, der wirklich zählt. Mit dem, was ich jetzt denke, fühle und tue, kann ich mein Leben und das anderer Menschen verändern. Vielleicht hat mein Handeln keine Auswirkung auf die ganze Welt, aber für den Menschen, der mir über den Weg läuft, kann es einen Unterschied machen, wie ich ihm oder ihr begegne. Ein Blick, ein Gruß, ein Lächeln, ein Wort…
Das ist noch kein Weg, aber ein Schritt, noch kein Halt, aber eine Richtung, noch kein Glück, aber eine Ahnung davon…
Worauf es ankommt – für dich und mich – ist dieser Augenblick – unser JETZT!

Text: Annette Schulze Pastoralreferentin, Klinikseelsorgerin,   Geistliche Mentorin
Bild: Sr. Teresa Ludwig OP


Lebensfarbe

der gott des lebens segne dich
mit den farben des lebens
mit der grünkraft der natur
dem rot der abendsonne
und dem bunt des regenbogens
der gott der zeit segne dich
mit momenten, die dich berühren
mit stunden, die dich erfüllen
mit zeiträumen, in denen du lebendig sein kannst
und mit der gelassenheit
dein „jetzt“ anzunehmen
wie auch immer es ist
wie auch immer du bist
der gott der liebe segne dich
mit dem geschenk
geliebt zu werden
mit der freude
anderen liebevoll zu begegnen
mit der gnade
dich in jedem augenblick
lassen zu können
wie du bist: geliebt
von anfang an
und bis in ewigkeit

Text: Annette Schulze Pastoralreferentin, Klinikseelsorgerin,   Geistliche Mentorin
Bild: Sr. Annemarie Kirsch OP


barfußlaufen

barfußlaufen
im sommergras

jeden halm
unter meinen fußsohlen
spüren
und die erde
die mich
trägt

am teich
den seerosen
beim blühen zusehen

bis die zeit
keine bedeutung
mehr hat

weil das
jetzt und hier
meine seele
sättigt
mit glanz

Text und Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft

Biblische Erzählfiguren zum Herz Jesu Fest

Schwester Teresa Ludwig OP gestaltet in der Mutterhauskapelle mit Biblischen Erzählfiguren Szenen zu kirchlichen Themen und Festtagen.
Aufgrund der Covid 19 Pandemie ist leider für die Öffentlichkeit kein Zutritt zur Mutterhauskapelle erlaubt. Wir möchten Ihnen aber trotzdem einen Blick auf die Darstellung ermöglichen.


Das Bild „Der Gekreuzigte“ von Sieger Köder hat Schwester Teresa zu dieser Darstellung angeregt.


Jesus ist nicht der „hilflos Sterbende“, er reicht vom Kreuz einem Verwundeten die Hand. Er will das Heil für alle, die ihn lieben wie Maria Magdalena, seine Mutter, Johannes, auch für die, die ihn nicht kennen oder ihn sogar ablehnen.
Jesus stirbt, lebt und wirkt mitten unter Gläubigen und Ungläubigen. Die Hand des Verwundeten zeigt: HEUTE GESCHIEHT DIES – HIER UND JETZT.

Lassen wir uns von dieser Liebe ergreifen?

Ferienwunsch

mögest du
dir selbst
freigeben

dich selbst
freigeben

tun und leistung
pflicht und erledigungen
zeitpläne und terminkalender
ruhen lassen

und dich
barfuß
und ungeschminkt
vielleicht sogar
völlig
nackt
dem gegenwärtigen
augenblick
überlassen

um mit ihm
durch ihn
in ihm
das fest
des lebens
zu feiern

Text und Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft