Fasten 2021 – was kann das heißen?

Februar 2021 – Der Lockdown ist verlängert… Weiterhin gelten viele Einschränkungen. Sie sollen uns schützen, gleichzeitig vermissen wir vieles schmerzlich. Fasten 2021 – was kann das heißen?

immer schon
haben mich die gräser, blumen, bäume, fasziniert
die auf blankem fels
ihre wurzeln in die risse schoben
in denen sich
ein paar krumen erde fand
und das lebensspendende wasser sammelte

ihnen gleich
meine wurzeln
ausstrecken
in die tiefe
um dort zu finden
was ich
wirklich
zum leben brauche

mich verankern
in jenem grund
dem stürmische zeiten
und karge perioden
nichts anhaben
und der mich
sicher hält

das soll
in diesem jahr
mein fasten sein

Text: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, der dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft
Bild: Marc Pascual auf Pixabay

Sr. M. Felicis Weber OP

Lobe den Herrn, meine Seele.
Ich will den Herrn loben, solange ich lebe,
meinem Gott singen und spielen,
solange ich da bin.
Psalm 146,1

In den ersten Stunden des 25. Januar 2021
rief Gott im Seniorenzentrum „Storchenpark“ in Speyer
unsere liebe

Schwester M. Felicis Weber OP

im 81. Jahre ihres Lebens
im 63. Jahre ihrer hl. Profess
zu sich heim

Für die Schwestern des Instituts St. Dominikus Speyer:

Sr. M. Gisela Bastian OP Generalpriorin

Die Angehörigen

Speyer, Homburg-Kirrberg, den 26. Januar 2021


Die Kraft des Wandels

Ein neues Jahr beginnen wir mit einer Perspektive. Da kommt Neues auf uns zu – und wir hoffen, dass es Gutes sein wird. Wir haben Vorsätze, mit denen wir selber etwas zum Guten, zum Besseren beitragen wollen. Ein neues Jahr hat immer auch mit Aufbruch zu tun, selbst wenn wir gar keine konkreten Aufbrüche vor uns haben. Aber in diesem Jahr ist alles anders. In diesem Jahr, das jetzt schon ein paar Wochen alt ist, geht es erst einmal gerade nicht um Aufbruch, sondern um Abstand. Kontaktbeschränkungen bleiben in Kraft und werden noch verschärft. Es gibt kaum eine Gelegenheit, schwungvoll durchzustarten, wir werden ausgebremst – durch die Situation der Pandemie, die das Herunterfahren notwendig macht.
Was uns in all den Zahlen und Sorgen um Ansteckung, Erkrankung und Virenentwicklung verloren geht, vielleicht schon verloren gegangen ist, das ist die Hoffnung. Wir können kaum noch glauben, dass ein „normales“ Leben wieder möglich sein wird. Wir können uns nicht mehr vorstellen, einfach so mit anderen zu feiern, zu singen oder unterwegs zu sein. Und wir können dem Virus und seinen Wirkungen keinen Sinn abgewinnen.
Unsere Hoffnung hat einen Schlag abbekommen – und wir haben zu wenige Begegnungen, um neue Hoffnung miteinander zu teilen. Dafür braucht es mehr als den Austausch über Hygienepläne und Impftermine – Hoffnung braucht Momente des Innehaltens und Wahrnehmens.
Hoffnung braucht eine neue Perspektive, eine neue Ausrichtung.
Alleine können wir die Hoffnung nicht lebendig halten – aber wir können es miteinander. Wenn wir in einem kurzen Moment wahrnehmen, dass auch die Natur im Rhythmus von Ruhe und Wachstum lebt, kann das unsere Perspektive verändern – und vielleicht auch die Perspektive von Menschen, die wir daran teilhaben lassen.
Dann bekommt die Hoffnung ein Gesicht und neue Kraft.
Die Amaryllis auf unserer Fensterbank hat eine Knospe gebildet. Kurz vor dem ersten Frost haben wir noch überlegt, sie wegzuwerfen, weil sie so jämmerlich aussah – dann durfte sie doch nochmal mit ins Warme, und jetzt zeigt sie uns, dass aus dem scheinbar jämmerlichen Leben etwas Neues entstehen kann.
„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen“, so heißt es im biblischen Buch des Propheten Jesaja. Darin wird die Perspektive der Hoffnung spürbar. Aus dem, was für uns nicht vorstellbar ist, kann doch etwas wachsen und werden. Aus der Zeit der Einsamkeit und Sorge heraus können wir diese Sichtweise miteinander teilen – uns miteinander freuen am Wachsen der Blüte – und miteinander hoffen, auch wenn manches dagegen spricht.
Wir können unserer Hoffnung ein Gesicht geben – indem wir einander von ihr erzählen – vom Wachsen und Werden, von der Kraft, die einen Wandel zustande bringt, und von der Kraft, die aus dem Wandel neu entsteht – und von den kleinen Dingen, die uns in Erinnerung rufen, dass wir lebendig sind… auch und gerade in dieser Zeit.

Text und Bild: Annette SchulzePastoralreferentin,Klinikseelsorgerin,   Geistliche Mentorin

2020 Weihnachten einmal ganz anders

In diesem Jahr ist Weihnachten einmal ganz anders.
Unsere Geschäftigkeit, unsere Kontakte, selbst die feierlichen Gottesdienste sind ausgebremst, sind anders. Aber dieses Anderssein verdunkelt nicht die Weihnachtsbotschaft.
Neue Ideen bringen die Botschaft unter dem Volk zum leuchten.
So ist an diesen Weihnachten die Krippe nicht im Dom zu bestaunen. Sie kommt zu den Menschen, in die Geschäfte der Hauptstraße von Speyer. Gewinnt damit nicht die Weihnachtsbotschaft an Aussagekraft?
Gott kommt zu uns in unseren Alltag, in unsere Geschäftigkeit, in unsere Welt.

Er ist ein Gott mit uns und für uns.
Er ist mitten unter uns.

Frohe Weihnachten!

Text und Bild: Schwester Annemarie Kirsch OP

Sr. M. Bonaventura Cele OP

Nearer, my God, to thee...
Näher, mein Gott, zu dir,
näher zu dir...!
Vgl. Gotteslob Nr. 502

Am Morgen des 04. Dezember 2020
rief Gott im Salierstift Speyer
unsere liebe

Schwester M. Bonaventura Cele OP

im 88. Jahre ihres Lebens
im 48. Jahre ihrer hl. Profess
zu sich heim

Für die Schwestern des Instituts St. Dominikus Speyer:

Sr. M. Gisela Bastian OP Generalpriorin

Die Angehörigen

Speyer, Ludwigshafen, den 5. Dezember 2020