Pfingsten 2022

Aufstellung mit Biblischen Erzählfiguren

Schwester M. Theresa Ludwig OP hat mit Biblischen Erzählfiguren Pfingsten für unsere Zeit, unsere Welt aktualisiert. Ihre Darstellung ist Gebet um das Wirken des Gottesgeistest in unserer Welt.

„Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu!“

Komm Heiliger Geist, zu allen, die an diesem lichten Pfingsttag in der Ukraine iht Leben lassen müssen und komm zu allen Toten.
Lass sie Frieden und Freude finden im Licht Gottes.

Komm Heiliger Geist , zu allen, die nicht satt werden, die ihre Kinder hungern sehen, die Kälte und Hitze ausgesetzt sind.

Komm Heiliger Geist, zu allen, die teilen , um Not zu lindern, und zu allen, die auf kreative, einfallsreiche Weise für andere da sind.

Komm Heiliger Geist, zu allen, die sich für den Frieden stark machen, die kleine und große Schritte zur Verständigung und Versöhnung wagen.

Komm Heiliger Geist, zu allen, die in Schwermut und Traurigkeit gefangen und von Ängsten gequält sind.

Zwischen Pfingsten und dem Dreifaltigkeitssonntag

gott
all_ein
eins mit allem
alles  vereinend

statt
einfältig
eintönig
einsam

manigfaltig
manigförmig
gemeinsam

liebende/r
geliebte/r
liebe

menschliche
gemeinschaft
beziehung
liebe


kann
gottes
gemeinschaft
beziehung
liebe

verwirklichen
gestalt geben
erfahrbar machen

ein wunder
ein Fest
ein segen

 Text und Drucke:  Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft

trotz allem – lebendig

Draußen bricht das Leben sich Bahn.
Es ist wie in jedem Frühling, auch wenn sich dieses Jahr vieles so anders anfühlt.
Als wenn der Frühling kein Recht hätte zu sein,
als wenn die Pflanzen nicht austreiben und blühen dürften,
als wenn das Leben nicht lebendig sein dürfte.

Und auch in uns stellt sich die Frage:
dürfen wir einfach leben, wenn unsere Welt alles andere als „in Ordnung“ ist?
Dürfen wir das Leben genießen, können wir uns daran freuen, zu leben, wenn nur ein paar 1000 Kilometer von uns entfernt Menschen auf der Flucht sind, Menschen um ihr Leben kämpfen?
Was ist in dieser Zeit richtig, was ist falsch?

„Irgendwie muss ich weitermachen“, sagte jemand zu mir, „sonst werde ich verrückt“. Genauso fühlt es sich an: ich merke, wie schwer es mir inzwischen fällt, die Nachrichten zu schauen oder zu hören, mir immer wieder neu bewusst zu machen, was da geschieht, was ich kaum denken kann.

Aber ich denke, es macht keinen Sinn, aufzugeben. Vielleicht besteht der einzige Weg, weiterzugehen, darin, die vielen Fragen und Sorgen, das Erleben, dass wir keine Lösung haben, aus der Hand zu geben.

Im christlichen Glauben reden wir davon, alles Gott in die Hand zu geben.
Unsere Fragen, unsere Nöte, unsere Hilflosigkeit, unsere Angst.
Unser Leben, unsere Welt – in Gottes Hand, wie auch wir selber.

Im Bewusstsein, dass wir nicht alles in der Hand haben,
und dass wir auch nicht alles in der Hand haben müssen,
können wir leben.

Genau das, was ist  auch wenn wir es nicht begreifen können.
Wir können unseren Tag, unseren Frühling leben, können aufblühen und Früchte tragen

– trotz allem – lebendig.

Text: Annette Schulze Pastoralreferentin, Klinikseelsorgerin,   Geistliche Mentorin
Bild: Annette Schulze „Alliumblüte„

Erscheinung Jesu am See von Tiberias (Joh. 21,1-19)

Aufstellung mit Biblischen Erzählfiguren

Schwester M. Theresa Ludwig OP hat das Evangelium vom 3. Ostersonntag , die Begegnung der Jünger mit dem Auferstandenen am See von Tiberias mit den Biblischen Erzählfiguren ins Bild gebracht.

Petrus fuhr mit einigen Jüngern zum Fischen, aber in dieser Nacht fingen sie nichts, heißt es.
Jesus stand am Ufer; aber die Jünger wußten nicht, das es Jesus war.

Er sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet Fische fangen. Sie warfen das Netz aus, konnten es aber nicht mehr ins Boot ziehen, weil es sehr viele Fische waren.

Simon Petrus zog das Netz an Land. Es war mit 153 großen Fischen gefüllt.
Als sie an Land gegangen waren, sahen sie dort ein Kohlefeuer brennen und darauf einen Fisch liegen , daneben lag Brot.
Jesus fragt Petrus drei Mal, liebst du mich. Petrus antwortete ihm: ja Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sprach zu ihm: Weide meine Schafe.

Das Licht von Ostern


Draußen ist Frühling. Das Leben bricht auf- überall sind Lebenszeichen zu entdecken.
Trotzdem ist unsere Perspektive – gerade in diesem Jahr – eingeschränkt: wir schauen auf all die Probleme und Nöte unserer Welt. Krieg- schon jetzt viel länger, als wir es uns hätten vorstellen können. Brutalität, Mord, Drohungen, Waffen – und Menschen in Angst und auf der Flucht vor dem Schrecken. Dazu immer mehr Sorgen um Konsequenzen für unser eigenes Leben, für das wir uns seit inzwischen 2 Jahren so sehnlich ein bisschen “Normalität“ gewünscht hätten. Aber der Alltag, wie wir ihn kannten, ist nicht einfach wiederherzustellen. So viele Fragen treiben uns um – um uns selbst und Menschen, um die wir uns sorgen. So viel Ungewissheit liegt über dem Morgen, dass oft auch unser Heute darunter leidet.

Aber in den Tagen der Karwoche denken wir an genau diese schwierigen Zeiten im Leben Jesu. Brutalität, Angst und Schrecken – und die Ohnmacht, etwas dagegen setzen zu können. Wir denken an seine Schritte auf dem Kreuzweg und vielleicht können wir unsere Schritte zusammen mit seinen sehen. Vielleicht kann sein „WARUM?“ unseres mit aussprechen. Vielleicht können wir unseren Blick nicht nur auf das Kreuz und Grab richten, sondern uns vom Licht des Ostermorgens eine neue Perspektive schenken lassen.

Lothar Zenetti hat es wunderbar formuliert:
„Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter.
Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer.
Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht.“

In diesem Sinn wünsche ich uns allen den Blick im Licht des neuen Lebens – trotzdem…

Text: Annette Schulze Pastoralreferentin, Klinikseelsorgerin,   Geistliche Mentorin
Bild: es-werde-licht_by_Christiane_Raabe_pfarrbriefservice-scaled-e1649600479803.jpg