Rosentage

Autorin: Katja Süß

Zwischen
Knospen
Blühen
Und Verwelken

Schönheit
Duft
Freude


Selten
Ohne

Dornen
Blattläuse
Mehltau

Und doch
Lieben wir
Die Rosen

Unsere Tage
Auch?

Üppig blühen die Rosen in diesem Jahr. Mich erinnern sie auch daran,
dass das „O lumen“, die Antiphon, mit der die Schwestern und Brüder
des Ordens ihren Gründer Dominikus schon so lange besingen, ihn
unter anderem „Rosa patientiae“, Rose der Geduld nennt …

Text, Druck, Fotos und Collage: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft.

Gedanken zu Christi Himmelfahrt und darüber hinaus

Autorin: Katja Süß

Der
die Güte selbst
ist
sagt

„Es ist gut für euch,
dass ich gehe“

Und wenn es
für uns, die wir
alles Gute
mit klammerndem Griff
behalten wollen,
gelte

loszulassen
und zuzulassen
selbst
Güte zu werden?

Text und Druck/Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft.

„Vergnügt, erlöst, befreit“

Autorin: Annette Schulze

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“. Mit diesen Worten beginnt eines der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925-2005). In diesem Jahr bilden sie das Motto der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Reformationsjubiläum. Der Kern der Reformation besteht darin, die immer neue Orientierung an Gottes Wort in unserer Zeit tiefgründig und verständlich ins Gespräch zu bringen. Das war Hüschs große Gabe: Er konnte die Welt konkret vor Augen führen und zugleich den Blick über sie hinaus weiten.

Und genau das ist auch OSTERN: Die Welt ganz konkret – das bedeutet Abschied nehmen von einem Menschen, der gestorben ist. Den Blick darüber hinaus zu weiten – das braucht die Offenheit, dass mehr möglich ist als das, was wir konkret vor Augen haben.

Ostern braucht die Bereitschaft, den Weg Jesu mit seinen Höhen und Tiefen, durch das Kreuz und den Tod hindurch anzunehmen – hin zu dem, was vorher unvorstellbar schien, aber doch möglich ist. Das neue Leben nimmt uns mit, erlöst uns aus dem ständigen Kreisen um uns selbst. Wir können zulassen, dass Gott da ist und können uns als geliebtes Kind Gottes begreifen lernen. „Vergnügt“ können wir in diesem Vertrauen leben, weil diese Zugehörigkeit nicht von uns abhängt. „Erlöst“ können wir leben, weil wir uns von den Zwängen und Grenzen der Welt und unseres eigenen Denkens lösen können. Als „befreite“, als freie Menschen können wir leben, weil Gott uns in unserer Einzigartigkeit immer wieder ruft und mit uns auf dem Weg ist durch das Leben und zu immer mehr Leben.

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ – ein Motto mit besonderem Farbtupfer für einen Impuls, der schon 500 oder eher 2000 Jahre alt ist, aber dennoch die Welt verändert – Gott sei Dank auch heute!

Text und Foto: Annette Schulze (Klinikseelsorge BG Unfallklinik Ludwigshafen)

Weniger Sorgen – mehr Leben

Autorin: Annette Schulze

Fastenzeit – viele denken da an Verzicht. Auf Schokolade, die so gut schmeckt, aber gar nicht gut tut. Auf das Gläschen Rotwein abends zur Entspannung, weil es schon zur Gewohnheit geworden ist. Verzicht auf manches, was uns schadet oder belastet.

Aber Last abzulegen wäre doch kein Verzicht, sondern viel eher eine Befreiung. Ballast abzuwerfen – das würden wir uns wünschen! Aber wie kann das konkret aussehen? Was mir auf den Schultern lastet, kann ich nicht einfach in der Schublade lassen wie eine Tüte Gummibärchen. Meine Last hab ich immer dabei: Meine Sorgen und Fragen, die Probleme dieses Tages und meines ganzen Lebens. Ganz schön niederschmetternd, wenn ich sie mir genauer anschaue!

Jesus begegnet einer Frau, die seit vielen Jahren schon unter einem verkrümmten Rücken leidet. Was sie niederdrückt, erfahren wir nicht. Jesus sagt zu ihr: Du bist erlöst. Und sie richtet sich auf und lobt Gott. Was ein Gedanke: Erlöst zu sein, befreit von all dem, was mich be-lastet, be-schwert, be-drückt. Das könnte die Fastenzeit auch sein: Tage, in denen wir uns aufrichten (lassen), zu uns stehen mit allem, was war und was ist – und uns annehmen als Menschen, die erlöst sind von der Verkrümmung, befreit von der Last.

In einem Kalender hab ich die Idee entdeckt, alles, was mich belastet, auf ein Blatt Papier zu schreiben, ein Schiffchen daraus zu basteln und es beim nächsten Spaziergang einem Bach oder Fluss zu überlassen. Natürlich bleibt die Last – und doch macht das Bild des Schiffchens mir deutlich, dass es noch mehr gibt im Leben.

Weniger Sorgen – mehr Leben!

Text und Foto: Annette Schulze (Klinikseelsorge BG Unfallklinik Ludwigshafen)

Fastenvorsatz

Autorin: Katja Süß

Statt
Abnehmen
Verzichten
mir Verwehren

Leichter werden
an Körper und Seele
Herz und Verstand

Beweglicher werden und
mich lösen
von alten Mustern
und starren Vorstellungen

Weiter werden und
durchlässig
damit die Liebe mehr Raum hat

Text und Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft.