Raum der Stille

Autorin: Katja Süß

Den Raum der Stille in dir
musst du nicht schaffen.

Er ist
immer da
und erwartet dich.

Tritt ein!

(nach Gedanken von Anselm Grün)

Text und Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft.

Vertrauen

Autorin: Sr. Lucia Jöckle OP

Manchmal fühlen wir uns wie Treibholz,
angespült von den Wellen und Wogen des Alltags
am Ufer unserer Tage.

Vertrauen wir,
dass ER, der Herr unseres Lebens
uns sammelt
und ordnet,
uns Form und Sinn gibt,

und so ein Kunstwerk
aus seiner Hand entsteht.

Foto: Institut St. Dominikus Speyer

Rosentage

Autorin: Katja Süß

Zwischen
Knospen
Blühen
Und Verwelken

Schönheit
Duft
Freude


Selten
Ohne

Dornen
Blattläuse
Mehltau

Und doch
Lieben wir
Die Rosen

Unsere Tage
Auch?

Üppig blühen die Rosen in diesem Jahr. Mich erinnern sie auch daran,
dass das „O lumen“, die Antiphon, mit der die Schwestern und Brüder
des Ordens ihren Gründer Dominikus schon so lange besingen, ihn
unter anderem „Rosa patientiae“, Rose der Geduld nennt …

Text, Druck, Fotos und Collage: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft.

Gedanken zu Christi Himmelfahrt und darüber hinaus

Autorin: Katja Süß

Der
die Güte selbst
ist
sagt

„Es ist gut für euch,
dass ich gehe“

Und wenn es
für uns, die wir
alles Gute
mit klammerndem Griff
behalten wollen,
gelte

loszulassen
und zuzulassen
selbst
Güte zu werden?

Text und Druck/Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft.

„Vergnügt, erlöst, befreit“

Autorin: Annette Schulze

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“. Mit diesen Worten beginnt eines der Psalmgedichte von Hanns Dieter Hüsch (1925-2005). In diesem Jahr bilden sie das Motto der Evangelischen Kirche im Rheinland für das Reformationsjubiläum. Der Kern der Reformation besteht darin, die immer neue Orientierung an Gottes Wort in unserer Zeit tiefgründig und verständlich ins Gespräch zu bringen. Das war Hüschs große Gabe: Er konnte die Welt konkret vor Augen führen und zugleich den Blick über sie hinaus weiten.

Und genau das ist auch OSTERN: Die Welt ganz konkret – das bedeutet Abschied nehmen von einem Menschen, der gestorben ist. Den Blick darüber hinaus zu weiten – das braucht die Offenheit, dass mehr möglich ist als das, was wir konkret vor Augen haben.

Ostern braucht die Bereitschaft, den Weg Jesu mit seinen Höhen und Tiefen, durch das Kreuz und den Tod hindurch anzunehmen – hin zu dem, was vorher unvorstellbar schien, aber doch möglich ist. Das neue Leben nimmt uns mit, erlöst uns aus dem ständigen Kreisen um uns selbst. Wir können zulassen, dass Gott da ist und können uns als geliebtes Kind Gottes begreifen lernen. „Vergnügt“ können wir in diesem Vertrauen leben, weil diese Zugehörigkeit nicht von uns abhängt. „Erlöst“ können wir leben, weil wir uns von den Zwängen und Grenzen der Welt und unseres eigenen Denkens lösen können. Als „befreite“, als freie Menschen können wir leben, weil Gott uns in unserer Einzigartigkeit immer wieder ruft und mit uns auf dem Weg ist durch das Leben und zu immer mehr Leben.

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ – ein Motto mit besonderem Farbtupfer für einen Impuls, der schon 500 oder eher 2000 Jahre alt ist, aber dennoch die Welt verändert – Gott sei Dank auch heute!

Text und Foto: Annette Schulze (Klinikseelsorge BG Unfallklinik Ludwigshafen)