Erntedankfest des Netzwerkes Kultur und Demenz

Am 2. Oktober hatte das Netzwerk „Kultur und Demenz“ zu einem Projekt zum Erntedankfest in das Mutterhaus des Instituts eingeladen. Von den verschiedenen Einrichtungen in Speyer wurden die Gäste mit ihren Betreuerinnen gebracht.

Zum Empfang war im Gästespeisesaal eine herbstlich dekorierte Tafel gerichtet. Nach der Begrüßung durch Frau Urban gab es für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer Apfelsaft und Apfelkompott mit Vanillesoße. Nach dem Verkosten leitete Frau Urban ein Gespräch über die Erfahrungen der Gäste mit Ernte und bearbeiten der Früchte. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden wach. Auch die Erinnerung an Notzeiten im und nach dem Krieg.

Nach diesem Gespräch ging die Gruppe in die Mutterhaus Kapelle, dort hatte Schwester Teresa Ludwig mit Biblischen  Erzählfiguren den Sonnengesang des hl. Franziskus dargestellt.

Bruder Feuer Franziskus
previous arrow
next arrow
 

Die einzelnen Figuren bot Schwester Theresa den Gästen auch zum Anfassen an. Sie freuten sich über das zarte Fell der Schäfchen und staunten über die orginelle Gestaltung der Figuren, die damit verbundene Arbeit, die liebevollen Gestaltung der Einzelheiten. Die Schweinchen und Ziegen erinnerten sie daran, wie diese Tiere zu Hause gehalten wurden und wie wichtig sie für die Ernährung der Familie waren. Als die Einzelheiten der Darstellung betrachtet und befühlt worden waren, erinnerte Frau Urban an Franziskus, seinen liebevollen Umgang mit der Schöpfung und erinnerte an sein Lob der Schöpfung, den Sonnengesang. Bei Einigen kam die Erinnerung an Wallfahrten nach Waghäusel, Begegnungen mit Ordensleuten, die in ihrer Familie wichtig waren.

Schwester Theresa hatte eine CD mit dem Sonnengesang mitgebracht, die wir uns anhörten.

Zum Schluss sangen alle zusammen das Lied „Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde …“

Von der Kapelle ging es dann wieder in den Speisesaal, dort waren Materialien zum Basteln von herbstlicher Tischdekoration gerichtet.

Regionaler Ordenstag 28. 09. 19

Am 28.09.19 fand im Priesterseminar Speyer der Regionale Ordenstag statt.

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Orden, Schwester Judith Velten und Weihbischof Otto Georgens hatten zu dieser Veranstaltung die Ordensleute der Diözese eingeladen. Als Referentin hatten sie Schwester Johanna Domek OSB aus Köln mit dem Thema „Die Annahme der Wirklichkeit – vom geistlichen Weg im Alter“ gewonnen.

Im ersten Teil ging sie besonders auf die Wirklichkeit der Orden hierzulande ein. Im zweiten und dritten Teil nahm sie den Weg der Einzelnen im persönlichen Altern in den Blick.

Zu Beginn stellte sie die Entwicklung der Ordensgemeinschaften in Deutschland dar. Die großen Werke der Orden gehen hierzulande zu Ende.

In dieser Veränderung sieht sie keine Panne, sondern eine Herausforderung die drei Bereiche betreffen.

  • Die Verabschiedung von den großen Werken, die generationenlang meist segensreich das Erscheinungsbild der Orden prägten, mit den auch nötigen strukturellen Änderungen im internen wie externen Bereich.
  • Die Sorge für die und mit den altgewordenen Mitgliedern der Gemeinschaften.
  • Die Befreiung zu neuen Weisen, das Zeugnis für das Evangelium von Gottes Liebe und der Erlösung durch Jesus Christus in der Welt von heute und unter den Menschen von heute zu leben und zu gestalten.

Neben der Annahme der Wirklichkeit braucht es gläubigen Mut sich auf Neues einzulassen.

Schwester Johanna sagt: „Nicht bloß dass wir sterben und Formen des Lebens aufgeben, sondern wie wir das tun, ist ein entscheidender Punkt im Leben eines Christen.“

Orientierung ist Christus, der sein Leben ans Leben verschenkt hat und dem Leben dienen wollte. Die Berufung, unsere Sendung zeigt sich in der Haltung des Sichverschenkens in allen Lebensformen und –umständen. Auch wenn uns das nicht optimal gelingt, so ist das maßgeblich für jeden Ordens-menschen.

Es geht auch um die Bereitschaft unaufhörlich dazu zu lernen. Wir wachsen bis in den Tod.

Mit Weihbischof Otto Georgens feierten wir die Eucharistie.

Den Ordenstag schlossen wir mit einer Vesper ab.

Schwestern der verschiedenen Gemeinschaften hatten sich zu der Tagung eingefunden.
Weihbischof Otto Georgens zeigt das Geschenk für Schwester Johann Domek OSB.
Weihbischof Otto Georgens und Schwester Judith überreichen Schwester Johanna eine Seite aus demgoldenen Evangeliars des Speyrer Doms.

Martinssegen

Möge Martins Tatkraft
sich in deinem Handeln spiegeln

Möge Martins Güte
dein Herz erfüllen

Möge Martins Blick
für das Wesentliche
dir Orientierung geben

Und möge Gottes Liebe
dich stets umgeben
wie ein schützender Mantel

Text und Bild: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft

Goldener Oktober

Wir reden vom „goldenen Oktober“
und meinen damit die Farbenpracht der Natur
in Blättern, Bäumen und Wäldern

Wir sprechen vom „Herbst des Lebens“
und denken an Kräfte, die nachlassen
manche Wehwehchen
an das Langsamerwerden
und an den Tod

Düstere Tage machen uns „trüb-sinnig“
lasten schwer auf uns
Nebel verhängt Licht und Sicht

All das ist eine Frage der Perspektive:
sehe ich den Nebel als Hindernis
oder als Wunder?

Sind fallende Blätter mir ein Zeichen
fürs Sterben
oder für einen Übergang
dem Neuen entgegen?

Begreife ich mein Leben
als Last oder Lust
als Herausforderung oder als Chance
als Aufgabe oder Geschenk?

Ich wünsche mir den Blick in die Weite
aus dem kleinkarierten Alltagsgrau heraus
hin zum Horizont der Möglichkeiten
die das Leben mir und uns bietet
im goldenen Oktober und in jeder anderen Jahreszeit
vor allem heute und hier…

Text und Foto: Annette Schulze (Klinikseelsorge BG Unfallklinik Ludwigshafen)

kürzer werden unsere Tage

Ihr Schwalben,
seid ihr schon fort?

Ihr reist
dem Sommer nach.

badet auch weiter
eure Flügel
im Licht der Sonne

Unsere Schritte
gehen
dem Herbst entgegen

kürzer werden
unsere Tage

Möge
unsere Seele
sich dennoch
immer aufs Neue
emporschwingen
im Jubel
über
das Geschenk des Lebens

Text und Druck: Katja Süß, Lehrerin an einem Koblenzer Gymnasium und Mitglied der Dominikusgruppe Speyer, einer dem Institut St. Dominikus angegliederten dominikanischen Laiengemeinschaft