SuSamstag dem 16. Mai 2026 feiert Schwester M. Renata Johann OP im Institut St. Dominikus ihren 100. Gebursttag.btitle for This

Am 16. Mai 2026 feiert unsere Mitschwester M. Renata Johann ihren 100. Geburtstag. Staunenswert ist ihr wacher Geist, ihre Lebendigkeit. Ein Gespräch mit ihr ist immer interessant, gleich ob es um Erlebnisse und Einschätzungen der Vergangenheit geht oder aktuelle Situationen.
Die Erinnerung an ihre Kinderzeit ist geprägt von der schwierigen Situation der Familie zur Hitlerzeit. Ihre Familie mit 6 Kindern (sie die 2. Jüngste) wohnte in Dahn in der Schule, wo der Vater ab 1930 als Hausmeister tätig war.
Da er nicht in der Partei war, erfuhr er viele Repressalien, es drohte sogar die Einweisung des Vaters ins KZ in Dachau. Diese schwierige Situation, auch finanzielle Nöte belastete ihre Jugend. Sie erlebte, wie die Familie zusammenstand, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Ab der 3. Klasse machte sie schon mit ihrem Bruder in den Ferien den Großputz in der Schule. Ohne Klage erzählt sie, dass sie nie Zeit für eine Freundin hatte, weil sie zur Mithilfe in der Familie gebraucht wurde. Sie lernte in ihrer Familie, sich den Gegebenheiten zu stellen, und sie gemeinsam zu bewältigen. Ein starker Glaube prägte ihre Familie. Der Vater war 70 Jahre Kirchendiener. Ihr Leben war von Kind auf durch einen lebendigen Glauben an Gott geprägt. 1946 trat sie nach 6 Jahren Arbeit im Krankenhaus in Dahn in unser Institut St. Dominikus (damals Arme Schulschwestern) ein.
Heute noch sind Einkleidung und Profess für sie eine ganz tiefe kostbare Erfahrung.
Nach der Ausbildung zur Krankenschwester im St. Marienkrankenhaus in Ludwigshafen wurde sie 1952 nach Reipoltskirchen versetzt, wo sie bis 2011 die Kranken pflegte und Sterbende begleitete. Dort erlebte sie eine große Freude. Die Augen strahlten bei ihrem Bericht. Zu ihrem 25. Dienstjubiläum überraschte die Gemeinde sie mit einem Gutschein für einen Urlaub in Israel. Ein ganz besonderes Erlebnis für sie.
Die wertvollen Erfahrungen ihrer Kindheit, nicht zu klagen, sondern im Vertrauen auf Gott und gemeinsam die Schwierigkeiten anzugehen, ließen sie mutig ihr Leben gestalten.
Eine kostbare Gabe, ihr Humor wird an einer von ihr berichteten Begebenheit deutlich. Bei ihrem Einsatz in Reipoltskirchen äußerte eine protestantische Familie Bedenken, ob Schwester M. Renata auch zu ihren, den protestantischen Kranken kommen würde. Daraufhin fragte sie, sind sie krank oder protestantisch?
Heute noch ist Schwester M. Renata an ihren Mitmenschen, an dem Geschehen in unserer Welt interessiert. Sie denkt an alle Festtage ihrer Mitschwestern und macht Krankenbesuche und Sterbebegleitung im Haus.
In oben stehendem Text ist sind die Streiflichter aus dem Gespräch mit Schwester M. Renata zusammengefasst. Es ist keine umfassende Würdigung der Person von Schwester M. Renata Johann.
Ihr Geburtstagsfest am Samstag 16. Mai 2026 werden wir mit einer Messe beginnen.
Text u. Bild: Sr. Annemarie Kirsch OP
